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Fühle mich wie ein Alien /Digitalisierung

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Fühle mich wie ein Alien /Digitalisierung

Beitragvon letterlove » Mo 14. Sep 2020, 16:13

Hallo,

Ich bin 20 Jahre alt und mich beschäftigt etwas. An meinen ersten Tag in der Berufsschule mussten alle Mundschutz tragen (Corona bedingt). Auch auf dem Schulhof. Ich mache mir Sorgen um die Welt.

Mit 17 wurde ich mit einer sozialen Phobie diagnostiziert. Hochsensibel bin ich wahrscheinlich auch. Nun beschäftigt mich etwas seit gestern bzw. heute.

Meine Schule ist ein gutes Umfeld. Es ist sauber und es gibt Whiteboards mit Kamera. Die Lehrer, die Klassenleitung und meine Mitschüler scheinen alle nett zu sein.

Eine Mitschülerin meinte dann in Politik heute : "In unserer Schule gab es keine Boards. Da gab es noch Tafeln und Kreide. Oh Gott!". Ich dachte mir nur.. Wie schön! Ich mag dieses digitalisierte Schulumfeld irgendwie nicht. Bin ich die einzige junge Person? Ich habe 2017 eine sehr besondere Lehrerin vor meinem Fachabi in der 11 getroffen. Sie hat noch was an die Tafel geschrieben. Ihr Unterricht war so "old school"! Ich habe ihren Unterricht einfach geliebt. Natürlich hat sie auch mal einen OHP benutzt. Ich vermisse sie irgendwie und frage mich wie sie mit der Digitalisierung an meiner alten Schule umgeht(auch wenn sich das komisch anhört). SmartTVs, Tablets für Lehrer etc. All das ersetzt den persönlichen Kontakt nicht. Ich hatte in dem Jahr viele Probleme (Mobbing, Depressionen) und habe mich ihr anvertraut. Das ersetzt die ganze Technik jedoch nicht. Die Liebe die sie mir gegeben hat. Die Empathie und Fürsorge.
Ich habe das Gefühl, dass die meisten Lehrer jetzt nur vorne sitzen und alles am PC oder SmartTV machen. Sie war nicht so. Ich vermisse die guten alten Tafeln. Oh Gott, hört sich das altmodisch an!

Wegen ihr habe ich mich seit 2017 angefangen für Buddhismus zu interessieren und überlege jetzt sogar zu konvertieren (bin griechisch-orthodox). Wahrscheinlich habe ich durch sie herausgefunden, dass ich lesbisch bin. Meine Mutter weiß dies noch nicht, sie ist in der Hinsicht sehr streng.

Diese Gedanken versaut mir schon die Motivation für die Ausbildung. Oder auch die Angst, die ich vielleicht habe. Und ich hatte gerade mal meinen ersten Tag! Wie soll ich damit umgehen?

Ich stand heute auf dem Schulhof mit 3 Mitschülern und habe mich wie ein Alien gefühlt. Wie die Hälfte des Schulhofs am Handy war.. Ich meine, ich hatte auch meine Angewohnheiten als Teenager in der Pubertät und verurteile niemanden. Ich saß als Teenager auch ständig am Handy, weil ich alleine war und mich alleine gefühlt habe. Trotzdem finde ich, dass die meisten heute nicht mehr wissen, wie sie damit umgehen sollen und es die meisten auch unter Menschen nicht weglegen können.

Ich bin eine introvertierte und ruhige Person. Ich habe meine sozialen Medien im Juli 2019 gelöscht. Und bereue es nicht. Sind meine Gedanken noch normal?

Ich fühle mich komisch.

Ich musste die komplette Theorie für meinen Führerschein per E-learning machen (wegen Corona) und es hat am Ende genervt, auch wenn es sonst Vorteile hatte.



Ich hoffe jemand versteht mich. Diese Gedanken machen mir Angst. Die Zukunft macht mir Angst.

Ich wurde 2017 mit dem Turner-Syndrom diagnostiziert und seitdem hat sich bei mir vieles geändert. Vom Denken her.

Ich glaube, dass es irgendwann egal ist, ob man dagegen ist oder nicht. Man wird gezwungen. Ich meine, wenn ich jetzt zum Beispiel Lehrerin bin und z. B einen Smart TV vielleicht in meinem Unterricht nicht nutzen will, dann wird meiner Meinung nach eine Zeit kommen, wo man gezwungen wird.

Und klar, Kreide und Tafel zaubern keine Empathie und Fürsorge herbei. Ich weiß das. Aber es geht mir gar nicht darum. Ich sehe das z. B an meiner Berufsschule. Unser Klassenlehrer sitzt vorne, erklärt uns den Stoff, schreibt nichts an und sagt dann : "Ja, wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann müsst ihr das zu Hause nachlesen". Wofür gehe ich denn dann zur Schule?

Verstehst du was ich meine? Diese Lehrerin war anders. Man hat gesehen, dass dieser Beruf ihre Leidenschaft ist. Und ich mache mir halt Sorgen um die Generationen nach mir. Ich bin zwar erst 20,aber ich hab Schule noch ohne Digitalisierung mitbekommen. Und es war meiner Meinung nach einfach besser. Die meisten Lehrer fangen jetzt meiner Meinung nach an zu denken : "ach ja, wir haben ja jetzt die Digitalisierung. Dann brauche ich ja nichts mehr tuen". Das meinte ich mit "nichts kann menschlichen Kontakt ersetzen". Meine Englischlehrerin war ja erst der Grund, dass ich mich angefangen habe für Buddhismus zu interessieren. Ich hab auch mal mitbekommen, dass sie gesagt hat, dass sie Tai Chi praktiziert.

2017, wo ich in der 11 war, gab es Smart TVs aber die wenigsten haben diese benutzt. Sie garnicht. Und wenn, dann hat sie jemanden gefragt. Sie hatte glaube ich auch nur ein kleines Smartphone (ein altes IPhone). Ich fand sie einfach inspirierend. Und ich frage mich, wie sie mit der Digitalisierung an meiner alten Schule umgehen wird. Auf der Website steht ja, dass sie auch keine Bücher mehr haben werden und die Klassenbücher digital auf dem Tablet geführt werden.

Entschuldigung, aber wie soll man Kinder und Jugendlichen ohne Bücher etwas beibringen? Und ich meine, um diese Zeit ist man in der Pubertät. Ich bin damals in tiefe Depressionen gerutscht und hatte/habe eine soziale Phobie. Wäre diese Lehrerin damals nicht gewesen, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr am leben. Ich meine, wenn ich mir vorstelle, wie die Welt mal sein wird, dann will ich auch nicht weiter leben..

Es ist so, als ob ich durch ein "spirituelles Erwachen" gegangen bin und jeder andere um mich herum am schlafen ist. Und diese Lehrerin war wahrscheinlich auch spirituell und vielleicht sogar hochsensibel. Keine Ahnung. Ich schweife zu viel ab.. Aber ich könnte in der Schule nicht 6-8 Stunden vor einem Tablet sitzen.

Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Jahre meines Lebens überstehen soll. Vorallem die 3 Jahre in der Berufsschule.
letterlove
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Re: Fühle mich wie ein Alien /Digitalisierung

Beitragvon DesdiNova » Di 15. Sep 2020, 22:37

Hi letterlove,

bevor ich mich deinem Beitrag im Detail widme, möchte ich folgendes loswerden: Dein Beitrag ist meinem Empfinden nach sehr unübersichtlich geschrieben. Irgendwie springst du von einem Punkt zum nächsten und vermengst dabei auch Dinge miteinander, so dass man deinem Beitrag als Leser nur schwer folgen kann.

Nimm' mir das bitte nicht übel, aber vielleicht denkst du beim nächsten Mal daran, deinen Beitrag etwas mehr zu strukturieren und nicht zu viel in ein Thema zu packen.

letterlove hat geschrieben:Mit 17 wurde ich mit einer sozialen Phobie diagnostiziert.


Wie ging es nach der Diagnose weiter? Hast du eine Therapie bekommen? Wurde diese erfolgreich abgeschlossen? Nimmst du Medikamente?

letterlove hat geschrieben:Meine Schule ist ein gutes Umfeld. Es ist sauber und es gibt Whiteboards mit Kamera. Die Lehrer, die Klassenleitung und meine Mitschüler scheinen alle nett zu sein.


Das klingt doch super!

letterlove hat geschrieben:Eine Mitschülerin meinte dann in Politik heute : "In unserer Schule gab es keine Boards. Da gab es noch Tafeln und Kreide. Oh Gott!". Ich dachte mir nur.. Wie schön! Ich mag dieses digitalisierte Schulumfeld irgendwie nicht. Bin ich die einzige junge Person?


Wenn ich das richtig verstehe, hat nur eine einzige Mitschülerin das so geäußert. Vielleicht haben ja alle anderen genau das gleiche gedacht wie du?

letterlove hat geschrieben:Verstehst du was ich meine? Diese Lehrerin war anders. Man hat gesehen, dass dieser Beruf ihre Leidenschaft ist. Und ich mache mir halt Sorgen um die Generationen nach mir. Ich bin zwar erst 20,aber ich hab Schule noch ohne Digitalisierung mitbekommen. Und es war meiner Meinung nach einfach besser. Die meisten Lehrer fangen jetzt meiner Meinung nach an zu denken : "ach ja, wir haben ja jetzt die Digitalisierung. Dann brauche ich ja nichts mehr tuen". Das meinte ich mit "nichts kann menschlichen Kontakt ersetzen". Meine Englischlehrerin war ja erst der Grund, dass ich mich angefangen habe für Buddhismus zu interessieren. Ich hab auch mal mitbekommen, dass sie gesagt hat, dass sie Tai Chi praktiziert.


Aus meiner Sicht besteht da überhaupt kein Zusammenhang. Die favorisierten Medien einer Lehrkraft sind nicht zwangsläufig mit Charaktereigenschaften in Verbindung zu setzen.

Will heißen, eine Lehrkraft, die bewährte Medien wie Kreide und Tafel nutzt, kann ja trotzdem charakterlich mies sein.

Und eine Lehrkraft, die auf moderne Technik setzt, kann trotzdem sehr zugänglich für Eigenheiten der Schülerschaft sein.

letterlove hat geschrieben:Wegen ihr habe ich mich seit 2017 angefangen für Buddhismus zu interessieren und überlege jetzt sogar zu konvertieren (bin griechisch-orthodox). Wahrscheinlich habe ich durch sie herausgefunden, dass ich lesbisch bin. Meine Mutter weiß dies noch nicht, sie ist in der Hinsicht sehr streng.


Das hört sich so an, als ob deine alte Lehrerin einen großen Einfluss auf dich ausgeübt hat, bzw. auch eine Art Bezugsperson und Rollenvorbild für dich ist. Gerade im jungen Alter ist es denke ich völlig normal, nach solchen Personen Ausschau zu halten, vor allem wenn die eigenen Eltern nicht unbedingt dafür taugen.
Letzteres scheint ja der Fall zu sein, wenn ich an das denke, was du hier und im alten Forum schon über deine Mutter geschrieben hast.

letterlove hat geschrieben:Unser Klassenlehrer sitzt vorne, erklärt uns den Stoff, schreibt nichts an und sagt dann : "Ja, wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann müsst ihr das zu Hause nachlesen". Wofür gehe ich denn dann zur Schule?


Das hört sich in der Tat nicht so optimal an. Aber wenn ich das richtig verstehe, ist es erst dein erster Tag gewesen? Vielleicht geht da ja noch mehr bei dem Lehrer.

Soll jetzt keine Ausrede für schlechten Unterricht sein, trotzdem hat man an volljährige Schüler (oder nahezu volljährige Schüler) eben auch andere Erwartungen und das bedeutet eben auch, sich zuhause nochmal hinzusetzen und den Stoff durchzugehen. An der Uni wird sogar noch mehr Wert auf Selbstorganisation gelegt, und die besucht man heute auch schon mit 20 Jahren.

Allgemein gilt: Desto älter die Schüler, desto mehr Fokus wird auf den Bildungsauftrag gelegt und weniger auf den erzieherischen Teil.

Hast du denn noch Kontakt zu deiner alten Lehrerin? Oder gibt es sonst noch Bezugspersonen, zu denen du Kontakt suchen kannst? Anscheinend hast du ja Bedarf dich mit jemanden zu besprechen, das kann eine Lehrkraft sein, aber erwarten kann man das nicht und es passt halt auch nicht immer. Es gibt z.B. auch ehrenamtliche Organisationen, in meiner Stadt nennt sich das "Lebenshilfe". Dort kann man einen Termin machen und sich im vertaulichen Gespräch über Probleme u.ä. austauschen. Ich muss aber auch sagen, dass manchmal professionelle Hilfe die bessere Wahl ist, trotzdem als erste Anlaufstelle sicher nicht das schlechteste.

letterlove hat geschrieben:Ich stand heute auf dem Schulhof mit 3 Mitschülern und habe mich wie ein Alien gefühlt. Wie die Hälfte des Schulhofs am Handy war.. Ich meine, ich hatte auch meine Angewohnheiten als Teenager in der Pubertät und verurteile niemanden. Ich saß als Teenager auch ständig am Handy, weil ich alleine war und mich alleine gefühlt habe. Trotzdem finde ich, dass die meisten heute nicht mehr wissen, wie sie damit umgehen sollen und es die meisten auch unter Menschen nicht weglegen können.


Vielleicht sind die anderen auch einfach nur genauso unsicher und nervös an ihrem ersten Tag, wie du auch? Sich an sein Handy klammern gibt ein Gefühl von Sicherheit.

An meinem ersten Tag in der Berufsschule war ich auch mega nervös. Ich hatte keinen Plan was mich erwartet und wegen meiner Spezialinteressen befürchtete ich, in die Rolle des Außenseiters gedrängt zu werden.

Es ist wie eine Lotterie, es kommt halt drauf an, mit welchen Menschen man zusammengewürfelt wird.

Und ich hatte zum Teil Glück, aber dem auch etwas auf die Sprünge geholfen. In der ersten Pause in der Cafeteria stand die hübscheste Frau unserer Klasse ganz alleine und verloren da. Sie war sicher genauso aufgeregt und unsicher wie alle anderen auch. Die meisten Jungs hatten sich schon zusammengerottet und sich wohl nicht getraut, sie anzusprechen.

Ich habe meinen Mut zusammengenommen, bin zu ihr rüber und ich konnte an ihren Augen sehen, wie sehr sie das gefreut hat. Wir sind sehr gut ins Gespräch gekommen und nach und nach kamen auch alle anderen Teilnehmer in die Cafeteria und sahen mich mit ihr da stehen und wie sie das Gespräch mit mir offensichtlich sehr genoß. Humor hilft sehr in solchen Situationen und eine attraktive Frau die lacht, hat sowohl die anderen Jungs als auch die Mädels dazu gebracht, uns wahrzunehmen, das konnte ich förmlich spüren. Es dauerte dann auch nicht lange, und immer mehr gesellten sich zu uns.
Menschen sind halt soziale Wesen und wer die Spielregeln kennt, hat auf jeden Fall einen Vorteil. Das soll nicht heißen, das ich mich in sozialen Situationen immer wohl fühle, aber ich habe gelernt, mich entsprechend zu verhalten.

Später machten wir dann die üblichen (aufgezwungenen) Kennenlernspiele - und ich kam mit drei Frauen in eine Gruppe. Auch da hatte ich erstmal die Sorge, als Mann mit Spezialinteressen bisschen außen vor zu sein. Tja, ich lag völlig falsch.
Schnell wurde klar, zwei der Damen waren genauso Geeks bzw. Freaks wie ich^^ Und die eine relativ "normale" Frau, war plötzlich so ein bisschen außen vor.

So, jetzt bin ich selbst ganz schön abgeschweift :mrgreen:

letterlove hat geschrieben:Ich musste die komplette Theorie für meinen Führerschein per E-learning machen (wegen Corona) und es hat am Ende genervt, auch wenn es sonst Vorteile hatte.

Ich hoffe jemand versteht mich. Diese Gedanken machen mir Angst. Die Zukunft macht mir Angst.


Das Gras ist halt immer grüner auf der anderen Seite. Mich haben damals diese Theorie-Stunden mit Anwesenheitspflicht und in größeren Gruppen ziemlich genervt. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen, waren da hauptsächlich Leute bei, mit denen ich gar nichts anfangen konnte und es war jedesmal sehr distanziert, zumal die Zusammensetzung der Gruppe stets variierte.

Natürlich ist die Corona-Krise für den Allerwertesten und mir tun auch gerade die jungen Leute wie du leid, die sich in dieser Lebensphase mit dem ganzen Mist arrangieren müssen! Hoffen wir, dass es bald überstanden sein wird und unsere Lieben alle gesund da rauskommen.

letterlove hat geschrieben:Ich meine, wenn ich mir vorstelle, wie die Welt mal sein wird, dann will ich auch nicht weiter leben..


Zwei Sachen dazu:
1. Wie wird die Welt denn werden? Meine Kristallkugel hat mir leider noch keine klare Antwort gegeben^^

2. Du willst dann auch nicht mehr weiter leben? Ich hoffe das hast du jetzt nur so dahergesagt und ist nicht als (verdeckte) Suizidankündigung zu verstehen. Ich habe einen sehr guten Freund vor einigen Jahren dadurch verloren und nehme das Thema sehr ernst.
Ich lass' dir einfach mal die Nummer der Telefonseelsorge da: 0800/1110111 Es ist keine Schande da anzurufen, sollte es dir mal schlecht gehen!

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Re: Fühle mich wie ein Alien /Digitalisierung

Beitragvon Violina » Mi 16. Sep 2020, 21:38

Hallo letterlove :)

Zum einen muss ich DesdiNova recht geben - du hast in deinem Beitrag sehr viele Sachen vermischt, sodass ich ziemlich überlegen musste, wie ich darauf eingehe. Ich habe mir jetzt einige Textstellen herausgesucht und werde darauf antworten.

letterlove hat geschrieben:Eine Mitschülerin meinte dann in Politik heute : "In unserer Schule gab es keine Boards. Da gab es noch Tafeln und Kreide. Oh Gott!". Ich dachte mir nur.. Wie schön! Ich mag dieses digitalisierte Schulumfeld irgendwie nicht. Bin ich die einzige junge Person?


Ich muss sagen, ich bin da zwiegespalten. Natürlich ist es sehr schön, noch etwas analoges in der Schule zu haben wie Tafeln, Kreide etc. Allerdings muss man sich auch überlegen, dass diese Smartboards extrem viele Möglichkeiten bieten, die eine normale Tafel eben nicht bietet und dadurch ist eine völlig andere Art des Unterrichtens möglich. Ich bin nicht so ein Fan vom herkömmlichen Frontalunterricht. Muss sicher auch mal sein, aber mir ist es lieber, die Schüler miteinzubeziehen und sie selbst denken zu lassen anstatt ihnen nur Fakten vorzukauen. Und dafür bieten Smartboards eben echt viel.

letterlove hat geschrieben:Und klar, Kreide und Tafel zaubern keine Empathie und Fürsorge herbei. Ich weiß das. Aber es geht mir gar nicht darum. Ich sehe das z. B an meiner Berufsschule. Unser Klassenlehrer sitzt vorne, erklärt uns den Stoff, schreibt nichts an und sagt dann : "Ja, wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann müsst ihr das zu Hause nachlesen". Wofür gehe ich denn dann zur Schule?

Verstehst du was ich meine? Diese Lehrerin war anders. Man hat gesehen, dass dieser Beruf ihre Leidenschaft ist. Und ich mache mir halt Sorgen um die Generationen nach mir. Ich bin zwar erst 20,aber ich hab Schule noch ohne Digitalisierung mitbekommen. Und es war meiner Meinung nach einfach besser. Die meisten Lehrer fangen jetzt meiner Meinung nach an zu denken : "ach ja, wir haben ja jetzt die Digitalisierung. Dann brauche ich ja nichts mehr tuen". Das meinte ich mit "nichts kann menschlichen Kontakt ersetzen". Meine Englischlehrerin war ja erst der Grund, dass ich mich angefangen habe für Buddhismus zu interessieren. Ich hab auch mal mitbekommen, dass sie gesagt hat, dass sie Tai Chi praktiziert.


Hm, ich finde, diese eine Begegnung gleich zu verallgemeinern, ist nicht richtig. In deiner Erzählung wirkt es tatsächlich so, als hätte die Lehrerin keinen Bock. Andererseits seid ihr ja keine Kinder mehr und je älter man wird, desto mehr muss man eben auch mal selbstständig lernen. Das heißt ja nicht, dass die Lehrer keine Hilfestellung geben. Ich habe studiert und da war die Eigenleistung noch um einiges höher. Meiner Meinung nach ist es auch wichtig, sich Inhalte selbst zu erarbeiten. Darauf werden Schüler als Kinder ja eigentlich trainiert, damit sie dies als Jugendliche/Erwachsene dann können.
Mal ganz davon abgesehen sind Lehrer, die keinen Bock haben, kein Phänomen der Neuzeit, das weiß ich aus Erfahrung. :mad:

letterlove hat geschrieben:Entschuldigung, aber wie soll man Kinder und Jugendlichen ohne Bücher etwas beibringen?


Dazu kann ich dir recht viel erzählen. Ich arbeite in einer Bibliothek und würde dir prophezeihen, dass es Bücher in analoger Form noch sehr lange geben wird. Als vor einigen Jahrzehnten die Digitalisierung immer weiter voran schritt, da haben viele geunkt, dass es sehr bald keine Bücher mehr geben wird. Nichts davon ist passiert, Menschen nutzen immer noch gerne analoge Bücher. Es wird wohl eher auf ein Nebeneinander herauslaufen. Mir persönlich ist es aber egal, ob Leute analoge oder digitale Bücher lesen - Hauptsache sie lesen. Der Inhalt ist nämlich der gleiche und wird nicht dadurch schlechter, dass er auf einem E-Reader gespeichert ist. Und ich finde es persönlich nicht schlimm, so etwas wie Klassenbücher digital anzulegen.

Hm, alles in allem habe ich das Gefühl, dass du dich da extrem in etwas hineingesteigert hast. Und als du meintest "dann will ich auch nicht weiter leben", habe ich ebenfalls sehr geschluckt. Wenn es zu schlimm wird, bitte ruf die Nummer an, die DesdiNova dir aufgeschrieben hat. Für mich liest sich dein Beitrag, als würdest du alles ziemlich schwarz malen (teilweise auf Basis von Dingen, die noch gar nicht passiert sind und nur passiert sein könnten) und das ist nicht gesund. Vielleicht ist es auch eine allgemeine Angst vor Veränderungen und der Zukunft. Ich kenne da auch einige Leute, denen es so geht. Versuch, das Positive zu sehen (Ich weiß, klingt immer so leicht dahergesagt. Ich weiß, dass es nicht so einfach ist, aber versuch es.) und mit jemandem zu reden, der einfühlsam ist und dir die Angst nehmen kann. :softsmile:
Fühl dich gedrückt. :hug:
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