Hochsensibel

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HSP = Empfindliche Körper?

Hochsensibilität in der Medizin- Wissenschaft und Forschung

HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon songbird86 » Mo 1. Jun 2020, 17:02

(Ich bin mir nicht sicher, ob dies das richtige Forum dazu ist und ob der Threadtitel passt :? )

Hi,

ich habe hier mal ein Thema, das mich schon etwas länger verfolgt. In vielerlei Hinsichten bin ich auch körperlich empfindlich.

Meine erste Erinnerung (die mir erst gestern wieder eingefallen ist) ist vom Volleyball früher in der Schule (ich habe Sport, vor allem Ballspiele, gehasst). Jedes Mal, wenn ich mit dem Aufschlag dran war, habe ich den Ball überhaupt nicht mal über das Netz bekommen. Das einzige, das ich aber jedes Mal bekommen habe, war ein geprellter Arm.

Meine nächste Erfahrung ist, dass ich mal in einem Tierhotel Praktikum gemacht habe, wo ich den ganzen Tag lang eigentlich irgendeinen Besen, Schaufel oder Harke in der Hand hatte. Zum Abend hin, als Feierabend war, merkte ich, dass mir die Hand (zwischen Daumen und Zeigefinger) ziemlich weh tat. Das wurde so schlimm, dass ich am nächsten Morgen nicht mal meine Hose hochziehen konnte und das Praktikum wegen dieser Behinderung abbrechen musste. Ich konnte nichts mehr festhalten, weil es so höllisch weh getan hat. Das war mir echt superpeinlich.

Aus den letzten Jahren habe ich diese Erfahrungen hier gemacht:
  • Ein Orthopäde hat mich mal auf dem Brustbein abgetastet und dort etwas stärker gedrückt, um mir zu zeigen, wie ich die Stelle morgens lockern kann (ich habe jeden Morgen so eine Art Blockade im Schlüssel- oder Brustbein, die ich lösen muss). Am nächsten Tag tat mir die Brust bzw. die dünne Haut dort so weh, als ob ich einen blauen Fleck bekommen würde.
  • Wenn ich am Tag etwas länger eine Poliermaschine benutzt habe, habe ich meistens noch am gleichen Tag so starke Handschmerzen (so ein Überlastungsschmerz wie im Tierhotel-Text oben), dass ich kaum Dinge anfassen kann.
  • Ich habe mal etwas mit Sprühfarbe grundiert und lackiert und habe extra einen aufsteckbaren Griff für solche Dosen, damit man den Druck quasi wie eine Pistole auslöst (und nicht mit dem Zeigefinger von oben drücken muss). Am nächsten Tag tat mir der Finger genau so weh.
  • Wenn ich Räder wechsel und mit den Knien gegen die Felge drücke (zum Halten), habe ich hinterher oft blaue Flecken.
  • Jetzt ist wieder gutes Federball-Wetter. Aber wenn ich wieder neu anfange, kriege ich Schmerzen auf der Handoberseite, die bis in den Arm zieht. Ich ziehe mir deshalb schon von vorne rein eine Bandage an, das ist damit glaub ich besser.
    Ich habe vor einigen Tagen auch das erste Mal wieder gespielt und habe nun eine Muskelverhärtung neben der Armbeuge. :roll: Das liegt aber eher an fehlender Dehnung/Aufwärmung.
  • Sobald es nur etwas windiger ist (es muss nicht mal kalt sein), bekomme ich starke Kopfschmerzen an den Schläfen. Da hilft nur Mütze tragen.
Ich weiß nicht, ich finde das schon ziemlich auffällig, nach den kleinsten Anstrengungen so ausgeknockt zu sein. Wenn ich das Internet nach solchen Überanstrengungen befrage, komme ich immer nur auf das Thema Fibromyalgie.

Hat jemand eine Ahnung, in welche Richtung das gehen könnte? Seid ihr ähnlich empfindlich?
Ich frage mich, ob es eine Art Krankheit ist (z. B. Fibro) oder ob ich mich damit zufrieden geben muss, einfach nur super-empfindlich zu sein? Ich weiß nicht, ob ich das mal einem Osteopathen erzählen sollte oder wo man da am besten hingeht. Bild
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon Claudia » Mo 1. Jun 2020, 19:19

Hallo songbird86!

Leider weiß ich nicht was es ist bei Dir. Ich kann nur dazu raten das medizinisch abklären zu lassen.
Herzliche Grüsse!
Claudia
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon DesdiNova » Mo 1. Jun 2020, 19:51

Hi songbird86,

ohne groß herum zu reden: Ich empfehle dir, das ärztlich abklären zu lassen. In so einer Ausprägung ist das schon ziemlich ungewöhnlich.

Das Menschen unterschiedlich stark empfinden, ist denke ich so gegeben. Aber wenn sogar körperliche Reaktionen bei kleinsten Einwirkungen auftreten, wie das bei dir der Fall ist, dann lege ich dir wirklich nahe, das untersuchen zu lassen.

Ich will dich auch nicht in Aufregung versetzen, es kann ja trotzdem ganz harmlose Erklärungen dafür geben. Mit einem Arztbesuch kannst du nur an Wissen dazugewinnen und nichts verlieren.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bist du doch insgesamt eher zart gebaut und auch recht klein? Vielleicht kann dein Körper Belastungen etc. einfach nicht in dem Maße standhalten, wie es für den durchschnittlichen Erwachsenen normal ist und der Körper signalisiert das dann entsprechend. Also in dem Sinne, dass da keine krankhaften Veränderungen vorliegen, die behandlungsbedürftig wären.

Aber um das auszuschließen und allgemein besser über deinen Körper und seine Grenzen Bescheid zu wissen, hilft nur der Gang zum Arzt.

Erste Anlaufstelle, womit du nichts falsch machen kannst, ist dich damit bei deinem Hausarzt (Allgemeinmediziner) vorstellen. Der kann i.d.R. schon einige grundlegende Tests machen und dich auch entsprechend weiter überweisen.

Bei den Fachärzten kommt ein Orthopäde in Frage, wobei der sich ja in erster Linie mit dem Stütz- und Bewegungsapparat beschäftigt. Jedenfalls hat ein Orthopäde da noch weitergehende Kenntnisse und in einer gut ausgestatten Praxis auch mehr Möglichkeiten, dich zu untersuchen. Entfernter kommt evtl. noch ein Dermatologe in Frage.

Wenn ich da kurz von mir berichten darf, nachdem ich nach schweren körperlichen Arbeiten immer wieder mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte, habe ich beim Röntgen durch einen Orthopäden eine leichte Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) attestiert bekommen, und auch einer meiner Wirbel hat sich nicht ganz richtig entwickelt.
Das ist nichts dramatisches, aber mit diesem Wissen bin ich angehalten, nicht zu schwer zu heben (im Sinne von sehr schweren Möbelstücken u.ä. - im Alltag bin ich dadurch nicht eingeschränkt). Ohne die Vorstellung beim Facharzt hätte ich das nie erfahren und mich womöglich irgendwann schwer verletzt.

Was meine generelle Empfindsamkeit angeht, ist diese schon überdurchschnittlich ausgeprägt. Meine Haut reagiert sehr sensibel auf Berührungen. Das ist damals in der Kindheit zuerst aufgefallen, da ich starkes Kitzeln als sehr schmerzhaft empfunden hatte.
Dann haben mehrere Partnerinnen unabhängig voneinander die Aussage gemacht, dass sie es bei anderen Männern nicht kannten, dass sie so sensibel auf Berührungen reagierten, wie ich es tue.

Das ist also ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist empfindlich sein ein Segen, da ich Berührungen in einer sehr ausgeprägten Intensität erleben darf, andererseits ist das nicht immer das, was gemeinhin von einem Mann oder Jungen erwartet wird.
Ich habe schon beide Erfahrungen ausgiebig machen können, mit Partnerinnen die sehr rücksichtsvoll und liebevoll mit mir umgegangen sind, aber leider auch das Gegenteil, mit einer Partnerin die mir gerne körperlich weh getan hat und später dann sogar gewalttätig geworden ist, wo ich mich dann trennen musste. Rückblickend waren das auch vorher schon Warnsignale, aber da hatte ich wohl noch die rosarote Brille auf.

Also ich glaube schon daran, dass intensiv auf Berührungen zu reagieren eine Ausprägung von HS ist und das sich diese in mir wieder findet.

LG DesdiNova
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon songbird86 » Mo 1. Jun 2020, 20:55

DesdiNova hat geschrieben:Wenn ich da kurz von mir berichten darf...

Aber klar doch, der Thread war nicht nur dazu gedacht, von mir zu erzählen. :)

Natürlich sollte dieser Thread nicht so rüberkommen, als würde ich eine Diagnose per Internet verlangen wollen. Mir ist auch erst seit 2 oder 3 Jahren bewusst, dass es irgendwie einen Zusammenhang geben muss.

Aber da es keine akuten Schmerzen sind, verschiebe ich Arztbesuche und werde wieder nach der nächsten ungewohnten Tätigkeit daran erinnert. :roll: Wegen Corona gehe ich momentan erst recht nicht zum Arzt, wenn es nichts Dringendes ist.

Aber ich muss dran bleiben. Ich möchte ja auch wissen, was los ist.
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon DesdiNova » Mo 1. Jun 2020, 23:32

Momentan ist wirklich nicht die beste Zeit für Arztbesuche nicht dringender Art, da gebe ich dir natürlich Recht.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon Airwood » Di 2. Jun 2020, 06:54

Hier schließe ich mich den anderen an und würde es bei Ärzten abklären lassen.
Momentan greifen viele Mediziner auch auf alte Heilmethoden wie Fasten usw. zurück. Es boomen die Ratgeberbüchern von Ärzten, die diese Fernsehsendungen machen. Ein Bestseller ist "Heilen mit der Kraft der Natur" von Prof. Dr. Andreas Michalsen.

Ich kann mich noch gut erinnern wie meine Oma früher Blutegel im Krankenhaus auf dem Bein hatte. Die Blutegeltherapie ist auch wieder im Kommen und mit Ernährungsumstellung kann man viel verändern.
Es gibt Sonne und Sonne. Manchmal auch Schatten, Mond und Sterne.
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon Violett » Sa 20. Jun 2020, 22:09

und du löscht meinen Beitrag komplett? Also das ist ja härter als Zensieren
... Adiö
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Re: HSP = Empfindliche Körper?

Beitragvon Claudia » So 21. Jun 2020, 01:21

Violett hat geschrieben:und du löscht meinen Beitrag komplett? Also das ist ja härter als Zensieren
... Adiö

Dein Beitrag war hier leider nicht angemessen und konnte nur vollständig entfernt werden. Admin
Herzliche Grüsse!
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